Der Mensch hinter dem Alien
„Wie spricht man das überhaupt aus?“
Das ist fast immer die erste Frage. ETeext, zwei aneinandergeklebte E, ein x, das hinterherhinkt… Man hat es mir als „i-text“, „i-te-ext“, sogar „ö-twext“ vorgelesen — netter Versuch. Die phonetische Antwort lautet /iː.tiː.kst/. Mit anderen Worten: E.T. englisch ausgesprochen, wie der Außerirdische, und dann, wenn du ein bisschen Englisch kannst, wird daraus etwas wie „EE-tee-ekst“. Sprich es aus, wie du magst!
Der kleine Alien im Logo ist also keine Design-Laune: Er ist eine Ansage. Seit meiner Kindheit faszinieren mich UAP — jene Phänomene, die man früher UFOs nannte, bevor das Thema salonfähig wurde. Eines Tages möchte vielleicht jemand von dort oben (falls es sie gibt — die Antwort bleibt unauflösbar) seine Texte stylen. Bis dahin habe ich ein Werkzeug für uns Erdlinge gebaut.
Von den Anfängen der Informatik zu riesigen Robotern — und zu kleinen Zeichen
Aber stellen wir uns vor. Ich heiße Denis C.d.muro (du weißt zu suchen, also wirst du meinen Namen finden). Seit Jahrzehnten bringe ich Maschinen dazu, präzise Dinge zu tun.
Zuerst Roboter. 1984 Absolvent einer der wenigen Ausbildungen für Industrierobotik, die es damals in Frankreich gab, habe ich die 80er und 90er damit verbracht, 3D-CAD einzuführen, als kaum jemand wusste, was das ist — bei Michelin, in Firmen aller Art, bei Schweizer Uhrmachern, dann in einem Unternehmen, wo ich Europas erstes riesiges 5-Achs-Bearbeitungszentrum für gewaltige Holzteile von 36 Metern Länge entwickelt habe.
Danach gründete ich eine französische Firma, die große Verbundbauteile mit 5-Achs-Robotern fertigte, für Kunden wie Airbus, Bénéteau oder die Sagrada Família. Später der Aufbau einer robotergestützten Produktionseinheit in Istanbul, dann zwölf Jahre internationaler Handel von Luxemburg aus.
Nebenbei lernte ich die allererste Version von Microsoft Word kennen — zu einer Zeit, als es in Frankreich noch gar nicht verfügbar war (Dank an meine damaligen Chefs in Straßburg, Genies der CAD/CAM ihrer Zeit). Und irgendwann Mitte der 90er meine ersten Schritte im Internet mit einem 9600-Baud-Modem. Schreibwerkzeuge, das Web und ich — das ist eine alte Geschichte.
Vor all dem gab es 1985: Fallschirmjäger im 11ᵉ RPC, 11e régiment parachutiste de choc. — eine Eliteeinheit, ein bisschen mehr als „militärisch“ — deren Devise mich nie verlassen hat: « Qui ose gagne » — Wer wagt, gewinnt.
Der Auslöser
Das Leben zeichnet eben nicht nur gerade Linien. Von 2017 bis 2024 haben mich schwierige Ereignisse dazu gebracht, alles beiseitezulegen. Sieben Jahre für das Wesentliche. Als sich dieses Kapitel schloss, war eines klar: Ich wollte wieder etwas bauen.
Der Auslöser kam beim Erkunden von „Stylish-Text“-Generatoren — eine echte Nutzerfrustration. Veraltete Werkzeuge, überladen mit Werbung, kaputte Akzente, achtlos gewählte Zeichen. Dabei ist ein Text, den man in einen Artikel oder eine Nachricht einfügt, eine Frage der Präzision: das richtige Zeichen, am richtigen Ort, das überall angezeigt wird. Nach einem Leben, in dem ich Maschinen auf den zehntel Millimeter genau gesteuert habe, hatte es etwas Selbstverständliches, mich um Zeichen bis aufs Codepoint genau zu kümmern.
Daraus ist ETeext entstanden: ein sorgfältiger Textgenerator, von Tag eins an mehrsprachig gedacht — heute in 13 Sprachen, der Akzente mit dem Respekt behandelt, den sie verdienen. Allein gebaut, von Anfang bis Ende, mit den modernen Werkzeugen, die mir zur Verfügung stehen — geführt mit derselben Strenge wie meine Maschinen von einst.
Apropos Sprachen: Ich lebe auf Französisch, arbeite seit den 80ern auf Englisch, schlage mich auf Italienisch durch — und mir bleiben ein paar Erinnerungen an Schuldeutsch, das ich von Weitem grüße. Als zu entscheiden war, ob ETeext eine Sprache oder viele sprechen würde — und ob ein korrekter Umgang mit den Akzentbuchstaben unserer Sprachen nicht verhandelbar war — stellte sich die Frage eigentlich gar nicht.
Ansonsten bin ich ein bekennender Allrounder: Gitarre, Science-Fiction, Reisen, Jazz, Lektüre auf Englisch. Und wenn du eines Abends nach oben schaust und etwas Unerklärliches den Himmel überquert… denk an mich.
ETeext ist online. Um die Neuigkeiten zu erhalten, trag dich in die Liste ein — versprochen, nur eine E-Mail, die eine, die zählt.
Denis C.d.muro
Gründer von ETeext